ESG Investing | ESG Services | Deutsche Bank Wealth Management

Was bedeutet „Environmental, Social & Governance“?

"ESG Investing" basiert auf der Annahme, dass Anlegende bei ihren Entscheidungen nicht nur ihre Renditechancen, sondern auch die potenziellen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft im Blick haben sollten.

 

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Was ist "ESG Investing"?

 

Beim ESG Investing berücksichtigen Anleger neben  finanziellen Aspekten auch Nachhaltigkeitskriterien in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Es handelt sich also um eine ganzheitliche Form der Geldanlage, bei der neben der möglichen Rendite auch die Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft in den Blick genommen werden. 

Unter Anlegern wird der Begriff ESG Investing häufig als Synonym für andere Bezeichnungen gebraucht, z. B. ethische Geldanlage, sozial verantwortliches Investieren, grüne Geldanlage, nachhaltiges Investieren oder Impact Investing. All diesen Begriffen liegt die Annahme zugrunde, dass der Finanzsektor nicht nur gewinnorientiert handeln sollte, sondern zugleich einen Beitrag zur Erreichung langfristiger gesellschaftlicher Ziele leisten muss.

ESG Investing geht jedoch weit darüber hinaus: Es formuliert konkrete Ziele für die Gestaltung einer besseren Welt und legt strenge, objektive Kriterien für die Auswahl von Investments bereit, die geeignet sind, diese Ziele zu erreichen.

 

'35,3 Billionen US-Dollar verwaltetes Vermögen

in fünf der weltweit größten Märkte'

 

Laut Global Sustainability Investment Alliance wurden bis 2020 in fünf der weltweit wichtigsten Märkte – Australien und Neuseeland, Kanada, Europa, Japan und den USA – Investitionen von rund 35,3 Billionen US-Dollar auf Grundlage von ESG-Kriterien getätigt. Das entspricht einem Anstieg von 15 % im Vergleich zu den beiden Vorjahren. 

Wofür steht ESG?

 

ESG steht für die englischen Begriffe „Environmental“, „Social“ und „Governance“ (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung). Dabei handelt es sich um die drei wesentlichen Dimensionen, in denen wir handeln müssen, um die Umwelt und das Klima zu schützen, den gesellschaftlichen Fortschritt zu sichern und die weltweiten Governance-Standards zu verbessern. Jeder Bereich deckt ein breites Spektrum an ESG-Kriterien ab, mit denen sich die nichtfinanzielle Performance eines Unternehmens oder Investmentprojekts bemessen lässt. 

 

Umweltfaktoren

 

Sie beziehen sich auf die Auswirkungen unternehmerischer Tätigkeiten auf die Natur. Dazu gehören Aspekte wie Umweltverschmutzung (CO2-Emissionen, giftige Chemikalien und Metalle, Verpackungsmüll und sonstige Abfälle), der Verbrauch natürlicher Ressourcen (Wasser, Land, Bäume), die Folgen für die biologische Vielfalt, aber auch Maßnahmen zur Verringerung solcher Auswirkungen, etwa Energieeffizienz, ökologische Landwirtschaft und nachhaltiges Bauen und Wohnen.

 

Soziales 

 

Die zweite Dimension betrifft die Auswirkungen auf den Menschen, beispielsweise Mitarbeitende, Kunden oder die Gesellschaft insgesamt. In diesen Bereich fallen Aspekte wie der Arbeits- und Gesundheitsschutz an eigenen Standorten, aber auch entlang der gesamten Lieferkette, sowie Produktsicherheit und Datenschutz. Darüber hinaus erwarten immer mehr Anleger, dass sich Unternehmen aktiv für die Überwindung von Ungleichheit und Diskriminierung einsetzen – einerseits durch eine faire Behandlung der eigenen Belegschaft, andererseits durch den uneingeschränkten Zugang aller Gesellschaftsschichten zu wichtigen Produkten und Dienstleistungen.   

 

Governance

 

Im Bereich Governance geht es schließlich um eine verantwortungsvolle Unternehmensführung – also die Frage, ob ein Unternehmen alle ethischen Anforderungen erfüllt, um seiner sozialen Verantwortung gerecht zu werden. Verfügt das Unternehmen über eine Richtlinie zur Korruptionsbekämpfung? Erfüllt es die Vorschriften für Steuertransparenz? Weitere Aspekte betreffen traditionelle Fragen der Unternehmensführung, beispielsweise den Umgang mit Interessenkonflikten, die Diversität im Management, die Unabhängigkeit von Führungs- und Aufsichtsgremien, die Qualität von Geschäftsberichten oder die gerechte Behandlung von Minderheitsaktionären durch beherrschende Gesellschafter. 

 

Die Geschichte des „ESG Investing“

 

Die Ideen, die dem ESG Investing zugrunde liegen, reichen weit in die Geschichte zurück. Bereits im 18. Jahrhundert warnten führende Denker und Ökonomen wie der Theologe John Wesley („Über den Gebrauch des Geldes“, 1744) und der Ökonom Adam Smith („Der Wohlstand der Nationen“, 1776) vor den Umweltschäden und sozialen Missständen, die durch bestimmte Produkte und Geschäftspraktiken verursacht wurden. 

Das erste Anlageinstrument, das sich selbst als „verantwortungsvoll“ bezeichnete, war der 1928 aufgelegte US Pioneer Fund. Dieser Fonds schloss Investitionen in Branchen wie Alkohol und Tabak gezielt aus. In den 1960er-, 1970er- und 1980er-Jahren nahm die öffentliche Diskussion über die ökologischen Folgen von unkontrolliertem Wirtschaftswachstum erheblich an Fahrt auf. 

Insbesondere der Zusammenschluss von Experten verschiedener Disziplinen im Club of Rome im Jahr 1968 und dessen 1972 veröffentlichter Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ sorgten für großes öffentliches Aufsehen. Im Zuge dessen verschärfte sich das allgemeine Bewusstsein dafür, dass die Ziele und Funktionsweise unseres Wirtschaftssystems stärker auf den Schutz der Umwelt und des Planeten ausgerichtet werden sollten.

Die Vorstellung, dass Unternehmen und Anleger auch die ökologischen und sozialen Kosten ihres Handelns berücksichtigen sollten, fand in den 1990er-Jahren vermehrt Anerkennung. Exemplarisch dafür ist die Einführung des ersten auf sozialen Kriterien basierenden Aktienindex – des MSCI KLD 400 Social Index – und des Drei-Säulen-Modells der nachhaltigen Entwicklung, nach dem Unternehmen einen dauerhaften Ausgleich ihrer sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Leistungen anstreben. 

 

 

ESG – der Beginn eines neuen Zeitalters

 

Als die Finanz-Initiative des Umweltprogramms der Vereinten Nationen das Kürzel ESG erstmals in ihrem 2004 veröffentlichten Bericht „Who Cares Wins“ verwendete, wurden all diese Themen erstmals offiziell unter der ESG-Definition behandelt. 

Nur zwei Jahre später legten die Vereinten Nationen ihre Prinzipien für verantwortungsbewusstes Investieren vor. Inzwischen ist dieses internationale Investorennetzwerk von ursprünglich 63 Unterzeichnern mit einem verwalteten Vermögen von 6,5 Billionen US-Dollar auf über 3.000 Unterzeichner mit mehr als 100 Billionen US-Dollar verwaltetem Vermögen gewachsen (Stand 2020).

   

Die Verabschiedung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) durch die UN-Generalversammlung am 25. September 2015 bedeutete einen Durchbruch für die internationale Unterstützung von Nachhaltigkeitszielen. Bei den SDGs handelt es sich um 17 miteinander verbundene globale Ziele, die der Welt den Weg in eine nachhaltige und gerechte Zukunft weisen sollen.

Die Ziele decken ein breites Spektrum an Nachhaltigkeitsthemen ab, darunter Umwelt (Bewältigung des Klimawandels und Abfallreduzierung), sozialer Fortschritt (Bildung, Gesundheit, Gleichstellung der Geschlechter) und sowie Governance (Gerechtigkeit und starke Institutionen). 

  

Auf 12 Billionen US-Dollar beziffert die Business and Sustainable Development Commission den wirtschaftlichen Wert, sollte es gelingen, die SDGs bis 2030 zu erreichen.

 

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Das Akronym "ESG” steht für Environmental (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung). Derzeit fehlt es an einheitlichen Kriterien und einem einheitlichen Marktstandard zur Bewertung und Einordnung von Finanzdienstleistungen und Finanzprodukten als nachhaltig. Dies kann dazu führen, dass verschiedene Anbieter die Nachhaltigkeit von Finanzdienstleistungen und Finanzprodukten unterschiedlich bewerten. Zudem gibt es aktuell neue Regulierungen zum Thema ESG und Sustainable Finance (nachhaltige Finanzwirtschaft), die noch konkretisiert werden müssen, sowie noch nicht finalisierte Regulierungsvorhaben, die dazu führen können, dass gegenwärtig als nachhaltig bezeichnete Finanzdienstleistungen und Finanzprodukte die künftigen gesetzlichen Anforderungen an die Qualifikation als nachhaltig nicht erfüllen.

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