Vor dem Hintergrund verschärfter geopolitischer Spannungen im Nahen Osten manifestieren sich lange identifizierte Risiken an den Rohstoffmärkten zunehmend in konkreten Angebotsstörungen. Anhaltende Unterbrechungen der Öl- und Gasflüsse haben die Lagerbestände verknappt und die Preise auf erhöhtem Niveau gefestigt. Insbesondere Europa steht vor der Herausforderung, rechtzeitig ausreichend LNG für die bevorstehende Speicherauffüllsaison zu sichern. Parallel dazu werden Edelmetalle derzeit weniger von klassischen Safe-Haven-Motiven als vielmehr von Liquiditäts- und makroökonomischen Faktoren getrieben, während Kupfer trotz langfristiger Elektrifizierungstrends kurzfristig unter Druck geraten ist.
In diesem PERSPECTIVES Viewpoint – Commodities: Risiken werden Realität analysieren wir, wie die Dauer der aktuellen Rahmenbedingungen die Energie- und Metallmärkte in den kommenden Monaten beeinflussen dürften
Kernaussagen:
- Anhaltende Unterbrechungen der Öl- und Gasversorgung haben geopolitische Risiken in eine konkrete physische Belastung verwandelt, die Lagerbestände verknappt und die Preise auf hohem Niveau festigt.
- Europas Gasrisiko ist primär eine Frage des Timings: Infrastrukturengpässe und begrenzte Umleitungskapazitäten erzwingen anhaltend höhere Preise, um LNG frühzeitig zu sichern und die Speicher rechtzeitig zu befüllen.
- Edelmetalle werden derzeit eher von Liquiditäts- und Makrofaktoren getrieben als von klassischen Sicherheitsmotiven, während Kupfer kurzfristig unter Druck steht - trotz des strukturell positiven Elektrifizierungstrends.