Die zunehmenden Spannungen in der Straße von Hormus haben die Volatilität an den globalen Energiemärkten erneut angeheizt und werfen neue Fragen hinsichtlich der Inflations-, Wachstums- und Investitionsaussichten Europas auf. In diesem PERSPEKTIVEN Spezial untersuchen wir, wie stark die europäischen Volkswirtschaften betroffen sind, wie sich dieser Konflikt von der Energiekrise 2022 unterscheidet und welche Folgen dies für Kapitalmärkte und Politik hat. Wir präsentieren unsere neuesten Szenarien und beleuchten die Konsequenzen für Investoren angesichts der zunehmend schwierigen Rahmenbedingungen für Europa.

 

Wichtigste Kernpunkte:

  • Die jüngsten Unterbrechungen der Öl- und Gaslieferungen durch die Straße von Hormus haben weltweit zu höheren Energiepreisen beigetragen und die europäische Wirtschaftstätigkeit belastet. Zwar verringern diversifizierte Bezugsquellen und langfristige Verträge mit Lieferanten das Risiko unmittelbarer Engpässe, doch könnte eine anhaltende Schließung der Straße von Hormus den Inflationsdruck erhöhen, die Abwärtsrisiken für das Wachstum steigern und potenziell Folgewirkungen auf die Kerninflation und die Finanzmärkte verstärken.
  • Die makroökonomische Widerstandsfähigkeit Europas wird derzeit durch die Fiskalpolitik gestärkt, wodurch die Region einige der durch die Unterbrechungen der Straße von Hormus ausgelösten Energiepreisspitzen abfedern kann. Dabei bestehen Unterschiede hinsichtlich der Betroffenheit und der sektoralen Auswirkungen zwischen Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Schweden und Norwegen.
  • Die Wertentwicklung des europäischen Aktienmarktes ist durch Streuung geprägt: Energie- und defensive Werte stabilisieren sich, während energieintensive Branchen und zyklische Sektoren weiterhin empfindlich auf Energiepreisentwicklungen und geopolitische Risiken reagieren.
  • Anleger müssen mit einer Störung umgehen, deren Auswirkungen von ihrer Dauer und Schwere sowie von der Politik Washingtons, Teherans, Riads und Brüssels abhängen

 

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